Wie wird man Industriedesigner?

Wie wird man Industriedesigner?

Du möchtest Industriedesigner bzw. Produktdesigner werden? Eine Übersicht.

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Wie?

Variante 1: Ausbildung

Ausbildung

Wer sich dazu entschließt ein Produkt- oder Industriedesigner zu werden hat verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Ausbildung zum technischen Produktdesigner (früher technischer Zeichner) machen und durchläuft eine klassische dreijährige Berufsausbildung in einem Betrieb. Das bedeutet Berufsschule und Mitarbeit im Betrieb bis zum Gesellenbrief. Detailierte Infos zu diesem Weg gibt es zahlreich im Netz, beispielsweise hier. Da auch jeder Ausbildungsbetrieb unterschiedlich ist wird die Ausbildung zum technischen Produktdesigner wohl auch im Detail nicht exakt gleich ablaufen.

Die offiziellen Vorgaben sehen zwei Fachrichtungen vor. Produktgestaltung und -konstruktion oder alternativ dazu Maschinen- und Anlagenkonstruktion.

Die Ausbildung zum technischen Zeichner hat sich mehr mit dem Ableiten von technischen Zeichnungen und Fertigungszeichnungen beschäftigt. Da dieses vorgehen aber ziemlich überholt ist, wurde die Berufsausbildung modernisiert und heißt nun technisches Produktdesign.

CAD-Konstruktion

Die Inhalte sind nun eher auf CAD Konstruktion ausgelegt. Wer sich für diese Variante entscheidet wird wohl sehr gut technisch Ausgebildet sein am Ende.

Wie gut die Ausbildung bezüglich der Kreativmethodik, Selbstverwaltung und anderen Aspekten des späteren Berufslebens aussieht, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich selbst habe eine technische Ausbildung gemacht bevor ich das Studium begonnen habe. Eine Ausbildung ist prinzipiell Empfehlenswert, da die Menschen noch etwas Zeit haben um zu “reifen”. Meine Ausbildung war die zum Papiertechnologen (Früher Papiermacher) und hat mich sehr geerdet. Viele junge Studierende sind ein wenig Weltfremd, habe ich das Gefühl.

Was?

Was genau eigentlich ein Industriedesigner bzw. Produktdesigner macht erkläre ich hier.

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Und weiter?

Staatl. Geprüfter Techniker

Weiterbildungsmöglichkeiten

Wer nach dem Gesellenbrief noch weiter machen möchte kann auf eine Technikerschule gehen. Das sind spezialisierte Fachschulen die einen zum staatl. geprüften Techniker weiterbilden. Dazu muss man aber zusätzlich zur bestandenen Ausbildung auch ein Jahr Berufstätigkeit nachweisen können. Alternativ dazu genügen auch sieben Jahre Berufserfahrung als Zulassungsqualifikation.

Doch was machen Techniker eigentlich?
Neben der Vertiefung in die technischen Disziplinen wie Mathematik, Elektronik, Konstruktion etc. geht es auch in Richtung Projektmanagement. Weiterhin werden Inhalte aus der Berufs- und Arbeitspädagogik vermittelt, so dass man zum Ausbilder für neue technische Produktdesigner werden kann.

Aber auch Unternehmensgründung und -Führung kann man als Wahlpflichtinhalte belegen. So ist man bestens Gerüstet falls man sich dazu entschließen sollte als Freiberuflicher Designer (wie ich) arbeiten möchte oder sogar eine Agentur gründet.

Außerdem kann man die Fachhochschulreife erwerben indem man eine Zussatzprüfung ablegt. Damit darf man sich dann in entsprechende technische Studiengänge wie Maschinenbau an Fachhochschulen einschreiben und studieren.

Berufsalltag

Faktisch ist es aber schlicht so, dass man in traditionellen Betrieben mehr Verantwortung übertragen bekommt. Wie bereits erwähnt in den Bereichen Ausbildung. Aber auch andere Personalverantwortung, beispielsweise als Gruppen- oder später als Abteilungsleiter sind so möglich.

Wer die Karriereleiter weiter Aufsteigt muss sich aber bewusst sein, dass das kreative Arbeiten immer weniger wird, je mehr Verantwortung man übertragen bekommt.

Das ist auch ein Grund warum ich am liebsten als Freiberuflicher Produktdesigner arbeite: Man hat die volle Kontrolle über die internen Prozesse (welche ziemlich schlank sind, da man “Einzelkämpfer” ist) und kann sich mehr auf den eigentlichen Designprozess fokussieren.

Mit der Weiterbildung zum Techniker verlässt man mehr die kreativen Bereiche und verschiebt den Fokus mehr auf die technischen Aspekte in der Produktentwicklung.

Warum?

Warum man gut daran tut einen Industriedesigner bzw. Produktdesigner zu beauftragen, erkläre ich hier.

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Und Weiter?

Design studieren

Produktdesign als Studium

Industriedesign bzw. Produktdesign kann man an Fachhochschulen und Universitäten studieren. Meine persönliche Empfehlung ist definitiv die FH. Denn als Produktdesigner ist man im Berufsleben kreativ tätig, also Handwerk wenn man so will. Fachhochschulen sind deutlich praxisbezogener als Universitäten.

Wenn also eine Hochschulzugangsberechtigung vorliegt, ob Abitur, Fachabitur oder durch den Techniker, kann man sich für das Studium Produktdesign oder Industriedesign einschreiben.

Ich selbst habe nach meiner Ausbildung ein Jahr gearbeitet und mich erst dann für ein Studium entschieden.

Artverwandte Studiengänge

Bei mir verhielt es sich so, dass ich schon immer gern gezeichnet habe. In meiner Schulzeit gab es noch die Orientierungsstufe – das sind die fünfte und sechste Klasse nach der Grundschule. Zu dieser Zeit war ich sehr unmotiviert und hatte entsprechend Bescheidene Noten. Mit einer Empfehlung für die Hauptschule habe ich dennoch die Realschule besucht und einen durchschnittlichen Abschluss gemacht. In der Schule habe ich auch während des Unterrichts immer viel gezeichnet – auch mein damals bester Freund war ein Künstler.

Durch die Ausbildung in der Papierfabrik hatte ich sehr günstigen Zugang zu Unmengen an Papier. Mir waren alle Papierreste recht, es musste kein perfektes A4-Blatt sein. Und davon gibt es in der Papierfabrik reichlich.

Die Nachtschichten nach der Ausbildung waren immer wenig spannend, so dass ich ins Grübeln gekommen bin, ob das alles die nächsten 40 jahre so weiter gehen soll. Auch bei der Arbeit habe ich sehr viel gezeichnet. (Sorry :D)

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Maschinenbau & Design

Produktentwicklung und -Design

Bachelor und Master

Ich entschied mich also für ein Studium. Mich interessierten schon die großen Maschinen und kreativ wollte ich auch arbeiten. Während der Ausbildung sind mir auch immer viele Ideen gekommen, wie man den Herstellungsprozess optimieren könnte.

Bei meiner Recherche bin ich dann auf den Studiengang Maschinenbau & Design an der Hochschule Emden (ja da arbeite ich jetzt auch) aufmerksam geworden. Der Abschluss war ein Bachelor of Engineering. Außerdem wollte ich damals noch nicht so richtig aus der Heimat weg, ich habe also nicht lange gezögert. Durch eine Zusatzqualifikation während der Ausbildung hatte ich sogar die Fachhochschulreife erlangt und musste nichtmal den Abschluss nachholen.

Anders als bei einem reinen Designbachelor ist der Studiengang sehr Ingenieurslastig. Das ist aber durchaus kein Nachteil – im Gegenteil. Das Grundstudium vermittelt alle Grundlagen die man als Maschinenbauingenieur so braucht. Erst in der Vertiefungsrichtung Produktentwicklung geht es mit der Designausbildung los.

Inhalte

Die behandelten Themen waren Kreativmethoden für die Ideenfindung, Tools zur Ideenauswahl, natürlich Entwicklungsmethodik nach VDI 2221. Also im Prinzip der ganze Designprozess. Außerdem klassisch Konstruktionslehre und besonders in Emden ist CAS. Das steht für Computer Aided Styling und ist besonders im Automobildesign stark vertreten. Die Freiform-Flächen der Karosserie werden mit CAS-Software von den Industriedesignern entwickelt und modelliert. Die gelernten Methoden werden in Projektarbeiten, also kleinen Designprojekten angewandt und gefestigt. In einem Praxissemester kann man schon in den Beruf hereinschnuppern und die meisten Absolventen bleiben in den Unternehmen in denen die Abschlussarbeit geschrieben wurde. Als Designer mit fundierten Fertigungstechnik Kenntnissen hat man keinen schlechten Start in der Industrie.

Da mich mehr der Bereich Industriedesign bzw. Produktdesign interessiert hat wollte ich noch einen Master in darin machen. Ich bin dann auf den Studiengang Engineering Design der Hochschule Magdeburg aufmerksam geworden und habe mich dort eingeschrieben.

Hier ist vorgesehen das Studierende mit einschlägiger Designvorbildung mehr Ingenieurfächer belegen und vice versa. Durch meinen Maschinenbau-Hintergrund durfte ich also die Designschwerpunkte belegen. Dazu zählten beispielsweise Darstellungstechnik und Gestaltungsgrundlagen. Auch hier war wieder viel selbstständiges Arbeiten im Rahmen von Projekten gefordert, was eine gute Selbstverwaltung erfordert.

Die Masterarbeit habe ich tatsächlich auch im selben Unternehmen geschrieben wie die Bachelorarbeit. Außerdem bin ich noch einige Jahre bei dem Unternehmen geblieben um in der Vorentwicklung in der Automobilindustrie verschiedenste Aufgaben zu übernehmen.

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Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung

Berufsleben

Als Produktdesigner bzw. Industriedesigner in der Industrie ist man mit Ingenieuren gleichgestellt, bekommt also auch das gleiche Gehalt. Man erarbeitet verschiedene Designentwürfe und siebt danach aus. Es werden sozusagen interne Wettbewerbe durchgeführt, bei dem der Projekt- oder Abteilungsleiter die Rolle des Kunden übernimmt. Ganz ähnlich wie bei modernen Scrum-Prozessen als Product-Owner. Wenn die entscheidung für eine Gestaltungsrichtung gefallen ist, werden die Details in einem kaskadierenden System erarbeitet. Das bedeutet das gemeinsam mit Engineering und Marketing gearbeitet wird. Man dreht Schleifen und entwickelt iterativ das fertige Produkt.

Von der Idee zur Serie

Meistens gibt es eine zweite Projektphase in der dann die Konstruktion von der Fertigungsmethodik für den Prototypen zu Kleinserie und dann zur regulären Serienfertigung angepasst wird. Während dieser Zeit wird das Design weiter verbessert. Irgendwann muss man dann einen Cut machen, da das Produkt gelauncht werden soll, sonst würde man immer weiter optimieren.

Als freiberuflicher Produktdesigner sieht der Prozess sehr viel dynamischer aus. Je nach Projekt steigt man früher oder später in den Produktentwicklungsprozess ein und begleitet dann.

Der Beruf des Produktdesigners ist sehr abwechslungsreich und spannend, nicht nur da es fast unbegrenzt viele Arten von Investitionsgütern oder Konsumgütern gibt. Sondern auch weil in den Unternehmen viele verschiedene Menschen arbeiten und man im laufe der Zeit immer neue Dinge er- und Sichtweisen kennenlernt.

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